Hinführung zum betrachtenden Gebet

«Das aber ist das ewige Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, erkennen und den du gesandt hast, Jesus Christus.» (Joh 17,3)

Teresa von Avila, die große spanische Mystikerin, beklagte sich einmal: «Mein Jesus wird nicht geliebt, weil man Ihn zu wenig kennt.» Es ist in der Tat betrüblich und gibt einem zu denken, daß sich heutige Menschen für vieles begeistern lassen und stundenlang bei Fernsehen, Sport und weltlichen Zerstreuungen sich unterhalten können, für das Religiöse jedoch Langeweile oder gar Überdruß zeigen. Und doch ist der Mensch letztlich für Gott geschaffen. Christus, der Sohn Gottes, ist das höchste Gut, das allein den Menschen vollkommen erfüllen und ewig glücklich machen kann. Sagt doch der heilige Augustinus: «Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in Dir, o Herr!»

Das vorliegende Buch enthält Meditationen über Jesus Christus. Es will uns anleiten, Jesus in seinen Worten und Taten kennenzulernen und tiefer zu verstehen. Wer die Evangelien betrachtet, wird die unergründlichen Schätze und Reichtümer des Lebens Christi entdecken, Ihn mehr lieben und eine mächtige Hilfe auf dem Weg zur Vollendung durch Ihn erfahren (vgl. Kol 1,27-2,3).

Über die Bedeutung des betrachtenden Gebets schreibt der hl. Franz von Sales: «Nichts ist geeigneter, unseren Verstand von Unwissenheit und unseren Willen von seinen verkehrten Anhänglichkeiten zu reinigen, als das Gebet. Es erhellt unseren Verstand mit dem göttlichen Licht und erwärmt unseren Willen mit der Liebe Gottes.  ... Vor allem empfehle ich dir das betrachtende Gebet des Geistes und des Herzens, ganz besonders jenes, das zum Gegenstand das Leben und Leiden des Heilands hat. Wenn du Ihn oft betrachtest, wird deine Seele von Ihm erfüllt, du lernst seine Art und Weise kennen und deine Handlungen nach den seinen formen. Er ist das Licht der Welt. In Ihm, durch Ihn und für Ihn müssen wir folglich erleuchtet werden» (vgl. Philothea II, 1. Kapitel).

Auch der hl. Alfons hebt die Wirksamkeit des inneren Gebets hervor: «Viele beten den Rosenkranz und verrichten äußere Andachtsübungen, bleiben aber dennoch im Stande der Todsünde. Wer aber das betrachtende Gebet' zu üben nicht unterläßt, der wird unmöglich in der Sünde fortleben; entweder wird er die Sünde lassen, oder aber das Gebet aufgeben. Das betrachtende Gebet und die Todsünde können nicht nebeneinander bestehen» (Braut Christi 15,6).

Die Betrachtung führt uns zum eigentlichen Ziel unseres Lebens, zur Erkenntnis und zur Vereinigung mit Gott. Wir üben uns dabei in der Tätigkeit, die uns im Himmel beschäftigen wird, denn die beseligende Anschauung Gottes im ewigen Leben ist höchstes Vorbild und Ziel der Betrachtung. Im Himmel werden wir Gott von Angesicht zu Angesicht schauen kraft des Glorienlichtes; in der Betrachtung erkennen und lieben wir Ihn durch den Glauben, den man als ein «Schauen im Dunkel» bezeichnen kann. Das betrachtende Gebet eröffnet uns ungeahnte geistige Dimensionen und läßt uns die Liebe und Freundschaft Gottes erfahren. Ist das innere Gebet zur Kontemplation (Beschauung) geworden, formt es den Menschen um und verwandelt ihn von Herrlichkeit zu Herrlichkeit in das Bild des Herrn (vgl. 2 Kor 3,18).

 

Die Betrachtung des Lebens Jesu

Der dreifaltige Gott wohnt in unzugänglichem Licht (vgl. 1 Tim 6,16). In seinem Sohn, der des ewigen Lichtes Abglanz ist, kam Gott durch die Menschwerdung sichtbar zu uns. In der Menschheit Christi dürfen wir Gott schauen, hören und betrachten. «Wer mich sieht, sieht den Vater» (Joh 14,9). Wie die Jünger, so dürfen auch wir uns dem Herrn nähern und Ihn fragen: «Meister, wo wohnst Du?», und Er wird uns liebevoll einladen: «Kommt und seht!» (vgl. Joh 1,35-39). Die Betrachtung soll deshalb eine möglichst lebendige Begegnung mit Jesus, dem Sohn Gottes sein, der uns Freund und Heiland geworden ist.

Die Worte des Evangeliums offenbaren uns Christus, wie Er in unserer Welt gelebt und gewirkt hat. In ihnen können wir seinen Fußspuren folgen, zu Ihm kommen und seine Stimme hören.

Die dem Evangelientext beigefügten Betrachtungsgedanken sollen die Worte des Evangeliums beleuchten, auf ihren tieferen Gehalt hinweisen und die Seele zu Erwägungen anregen, die ihr helfen, Jesus besser zu verstehen und seine Lehren zu begreifen.

Aus der Vielfalt der Erwägungen und Anmutungen, welche die einzelnen Betrachtungen enthalten, greift man nur das heraus, was einem anspricht. Hierzu ist die wichtige Bemerkung des heiligen Ignatius angebracht: «Nicht das Vielwissen sättigt die Seele und gibt ihr Genüge, sondern das Fühlen und Kosten der Dinge von innen. — Wenn ich bei einem Punkte der Betrachtung die Andacht empfinde, die ich erwecken wollte, so will ich dabei stehen bleiben und darin ruhen, ohne mich um den folgenden Punkt zu kümmern. Ich will dabei so lange verweilen, als die Seele Nahrung und Trost findet» (Nr. 2 und 76 im Exerzitienbuch).

Die Aufgabe des Betrachtungsbuches ist es, zu Jesus hinzuführen. Der Herr kommt dann unseren schwachen Bemühungen entgegen und wird die Seele durch die Gnade des Heiligen Geistes erleuchten, weiterführen und das vollenden, was in den Betrachtungen lediglich angedeutet wird.

In diesem Buch ist das Leben unseres Herrn nach den Evangelien in der zeitlichen Reihenfolge der Begebenheiten aufgezeichnet. Wer eine Einteilung nach den kirchlichen Zeiten und Festen vorzieht, findet die entsprechenden Angaben im liturgischen Inhaltsverzeichnis am Ende des Buches.

 

Die kontemplative Betrachtung oder Beschauung

Die hier dargebotenen Übungen sind nicht so sehr überdenkende Betrachtungen. Man würde sie treffender «Beschauungen», d. h. Kontemplationen nennen. Während bei der Betrachtung eher die Besinnung und nachdenkende Erwägung einer Glaubenswahrheit im Vordergrund steht, wendet sich die Seele in der Beschauung einem Geschehen zu mit dem Ziel, die Begebenheit lebendig aufzufassen, sie gleichsam mitzuerleben. Mit dem Beistand der Gnade schaut sie betend auf die Personen, hört die Worte, beobachtet die Handlungen und bemüht sich, aus allem, was sie an Jesus selbst und in seiner Umgebung gewahrt, einen Nutzen für ihr geistliches Leben zu ziehen.

 

Beschauung ist Vergegenwärtigung

Beschauung ist mehr als Erinnerung. In der Kontemplation entsteht eine lebendige Verbundenheit mit Christus im betrachteten Geheimnis, wenn wir nicht nur an das Geschehen denken, sondern es im Glauben vergegenwärtigen. Wir sollten die Begebenheiten des Evangeliums betrachten, als ob wir an der Seite des Erlösers wären, seine Worte mit eigenen Ohren hörten und sein Tun mit eigenen Augen sähen. Mit den Hirten knien wir an der Krippe nieder, in Nazareth nehmen wir mit Maria und Josef an seinem verborgenen Leben teil, und wir begleiten Ihn mit seinen Jüngern in seinem öffentlichen Wirken als Lehrer und Heiland der Welt.

Wenn wir Jesus in allen Geheimnissen seines Lebens von der Kindheit bis zur Auferstehung und Himmelfahrt betrachtend nachfolgen, empfangen auch wir die erlösende und heilbringende Lebenskraft seiner Verdienste, heißt es doch vom Herrn: «Es ging eine Kraft von Ihm aus und heilte alle» (Lk 6,19). Wegen der in Christus wirkenden Gottheit haben nämlich alle Taten des Erlösungswerkes eine göttliche, d. h. unendliche und zeitlose Dimension. Wenn sie auch vergangen sind, was ihre zeitlichen Umstände betrifft, so sind sie doch bleibend gegenwärtig in Bezug auf die ihnen innewohnende Kraft und unerschöpfliche Fruchtbarkeit, die wie die Liebe, mit der sie gewirkt worden sind, niemals vergehen werden.

Wir empfangen die erlösende Gnadenkraft durch einen wirklichen Kontakt mit Christus auf zwei Weisen. Einerseits durch die Vereinigung mit Christus in den Sakramenten. Andererseits durch eine geistige Vereinigung in der Betrachtung. Hier empfangen wir seine Gnadenkraft nicht weniger wirksam. Durch die Gnade des Glaubens dringen wir über alle Schranken von Ort und Zeit hinweg bis in das Geheimnis selbst ein, was eine Art geistige Kommunion mit dem heiligenden und erlösenden Christus ist.

Betrachten wir Jesus in seinen Vollkommenheiten und Tugenden, so vermag dieser Anblick in der Seele wunderbare Wirkungen hervorzubringen. Wenn wir uns in sein armes Leben und seine Selbstentäußerung versenken, strahlt seine Tugendkraft in unsere Seele hinein und es wird in uns das Verlangen geweckt, Ihm ähnlich zu werden. So macht uns seine Demut demütig, seine Reinheit rein und seine Geduld, seine Milde und vor allem seine Liebe wirken heiligend auf die Seele ein. Durch die tief innerlich erlebte Betrachtung empfangen wir die helfende Gnade Christi zu jeder Tugend und Vollkommenheit, vor allem zur Liebe, denn die Liebe Christi zu uns gibt uns die Kraft, Ihn auch zu lieben und selbst in Prüfungen und Leiden treu bei Ihm auszuharren: «Er ist uns von Gott her zur Weisheit, zur Rechtfertigung, Heiligung und Erlösung geworden» (1 Kor 1,30).

Treten wir deshalb vertrauensvoll hin zu Christus. Berühren wir ihn geistigerweise im inneren Gebet, ähnlich wie jene Frau, die durch die Berührung des Saumes seines Gewandes in gläubigem Vertrauen die Gnade der Heilung empfing (vgl. Lk 8,43-48). Erwägen und bewahren wir wie die Gottesmutter Maria seine Worte und Taten in unserem Herzen, damit unser Leben immer mehr dem seinen ähnlich wird (vgl. Lk 2,19). Die allerseligste Jungfrau ist uns nämlich als schönstes Vorbild für die Betrachtung gegeben, denn sie war Christus am nächsten und am innigsten mit den Geheimnissen seines Lebens vertraut, sie ist Miterlöserin und Mittlerin aller Gnaden. Bitten wir sie bei jeder Betrachtung um ihre mütterliche Hilfe.

So möchten wir uns beeilen, mit gläubigem Vertrauen im betrachtenden Gebet die Reichtümer des Lebens Christi zu ersehnen. Der Sohn Gottes hört nicht auf, sie jenen auszuteilen, die Ihn darum bitten. «Bittet, und es wird euch gegeben; suchet, und ihr werdet finden; klopfet an, und es wird euch aufgetan» (Mt 7,7).

Wie der heilige Paulus es ersehnt, mögen alle, die sich in die Betrachtung des Lebens Christi versenken, «durch den Geist Gottes mit Kraft innerlich stark werden, daß Christus durch den Glauben in ihren Herzen wohne, und alle in der Liebe festgewurzelt und festgegründet seien. ... So sollt ihr bis zur ganzen Gottesfülle erfüllt werden. Ihm aber, der durch seine wirksame Kraft in uns weit, weit mehr als alles, was wir erbitten und denken können, zu tun vermag, ihm sei Ehre in der Kirche und in Christus Jesus durch alle Geschlechter von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen» (Eph 3,14-21).

 

Anleitung zur beschauenden Betrachtung

Für jene, die im Betrachten noch nicht geübt sind, können gewisse Regeln hilfreich sein, damit die Betrachtung Gebet wird und nicht einem richtungslosen Nebeneinander von Gedanken, Bildern und Herzensbewegungen erliegt. Alle Methodik muß aber dort zurücktreten, wo die Ursprünglichkeit des Gebets erwacht ist.

Vorbereitung

Die Kunst, das Betrachten zu erlernen, ist kein menschliches, sondern ein göttliches Werk. Zuerst gilt es, die innere Ruhe als notwendige Voraussetzung zu finden. Dann wenden wir uns durch einen lebendigen Glaubensakt an Gott und beten Ihn an. Bitten wir in Demut um seine Hilfe, denn «wir wissen ja nicht, was rechtes Beten ist. Da tritt der Heilige Geist mit seufzendem Flehen für uns ein, das sich gar nicht in Worte fassen läßt» (Rom 8, 26).

Einstimmung

Aus dem Betrachtungsbuch lesen wir den Abschnitt über das zu betrachtende Geheimnis und merken uns einen Gedanken, der anspricht und den Weg zu Gott finden läßt.

Um zerstreuende Ablenkung zu meiden, kann es nützlich sein, sich im Geiste auch ein Bild des Ortes, den Raum oder die Umgebung des Geschehens vorzustellen (Schauplatz).

Beschauung

Mit dem inneren Auge schauen wir die Personen an, wie wenn wir zugegen wären, und lassen diesen Anblick auf uns wirken.

Dann betrachten wir, was und wie die Personen sprechen. Wir versuchen, ihre Stimme zu hören und ihre Worte zu vernehmen. Besinnen wir uns und überlegen, was diese Worte für uns bedeuten.

Wir beobachten das Tun der Personen, besonders unseres Herrn. Was wollte Er damit den Menschen lehren? Was bedeutet dies für uns heute, für mich selbst? Was erwartet der Herr von mir?

Erwägungen

Durch überlegende Erwägungen kommen wir dem betrachteten Geheimnis noch näher:

Wer handelt hier? — Wie tut er es? — Warum? — für wen? — Was bedeutet das für mich?

Was spricht der Herr? — Wem sagt Er das? — Aus welcher Gesinnung spricht Er so? — Was kann ich daraus lernen? — Wie habe ich dies bisher verstanden und nachgeahmt? — Wie werde ich es in Zukunft damit halten? Bemühen wir uns, selbst eine Antwort zu geben.

Wir versuchen, durch wiederholte Glaubensakte das Geheimnis in der Seele wirken zu lassen. Mit vertrauender Hoffnung erbitten wir die heiligende Kraft des Lebens und Wirkens Christi für uns. Wir erwecken durch die Liebe zum Herrn das Verlangen, Christus nachzufolgen. „Es kommt nicht darauf an, daß wir viel denken, sondern viel lieben." (Teresa von Avila) Wenn also die Seele bei einer Erwägung erleuchtet und in der Liebe Gottes entflammt wird, soll sie dabei verweilen und in Ihm ruhen, solange die Gnade andauert.

Zerstreuung oder geistliche Trockenheit

Wenn die Betrachtung hingegen mühsam und ohne spürbare Lebendigkeit bleibt, sollen wir innerlich ruhig bleiben, in Demut Geduld üben, die Erwägungen und besonders Akte des Glaubens und Vertrauens wiederholen und vor Gott ausharren wie ein Bettler, der nicht weggeht, bis er Barmherzigkeit erlangt hat. Wenn wir auch keinen wahrnehmbaren Trost finden, wird Gott dennoch die Treue belohnen und uns durch die Gnade stärken. Die Betrachtung zur Zeit der Trostlosigkeit ist ein kostbares Opfer, das Gott sehr wohlgefällig ist.

Zwiegespräch

Die Beschauung wird fruchtbar, wenn sie zum inneren Gebet, zum persönlichen Gespräch mit Gott, zum Herzensgebet wird. Die Seele muß Gott begegnen, Ihm eine Antwort geben durch die Erhebung des Herzens in Staunen, Anbetung, Dank, Liebe, Vertrauen oder Betroffensein, Reue, Wille zur Umkehr. Das Gespräch wird mit richtigen Worten gehalten, so wie ein Freund mit seinem Freund spricht, betont der hl. Ignatius. Die hl. Teresa von Avila bezeichnet dieses innere Gebet als «einen freundschaftlichen Austausch, bei dem wir oft vertraulich mit dem Zwiesprache halten, von dem wir wissen, daß Er uns liebt» (Leben 8,5).

Abschluß der Betrachtung

Als Frucht der Besinnung sollten wir einen guten Gedanken, einen praktischen Entschluß oder den Vorsatz zur Nachfolge Christi in seinen Tugenden ins Tagewerk mitnehmen. Unterlassen wir es nicht, für die im Gebet empfangenen Gnaden zu danken.

 

Gebete vor der Betrachtung

Mein Herr und Gott, ich bitte dich um die Gnade, daß alle meine Absichten, Handlungen, geistigen Beschäftigungen und Tätigkeiten meiner Seele während dieser Betrachtung und für mein ganzes Leben rein auf den Dienst und das Lob deiner göttlichen Majestät hingeordnet seien. Amen. (hl. Ignatius)

O mein Gott, du bist hier gegenwärtig. Du schaust in Liebe auf mich; du kennst mich. Ich bete dich in Demut an. Im Vertrauen auf deine Güte will ich jetzt das Leben deines göttlichen Sohnes betrachten. Sende mir den Heiligen Geist. Erleuchte meinen Verstand, damit ich das Beispiel Jesu Christi und seine Lehren recht erkenne und auf mein Leben anwende. Entflamme mein Herz zu innerem Gebet und bewege meinen Willen zu heilsamen Entschlüssen. Gib mir als Frucht der Betrachtung diese Gnade: ... Amen.

* * *

Herr, mein Gott, sag mir um deiner Barmherzigkeit willen, was Du mir bist! Sprich zu meiner Seele. Ich bin dein Heil. Sprich so, daß ich höre! Siehe, die Ohren meines Herzens sind vor Dir, Herr, öffne sie und sprich zu meiner Seele: Ich bin dein Heil. Nachlaufen will ich hinter deiner Stimme und Dich fassen. Verbirg dein Angesicht nicht vor mir. Sterben will ich — nicht um zu sterben, sondern um dein Angesicht zu schauen. Eng ist das Haus meiner Seele, in das Du kommen willst: mach Du es weit. (hl. Augustinus)

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Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu Dir! Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich fördert zu Dir! Mein Herr und mein Gott, nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen Dir. Amen. (hl. Nikolaus von Flüe)

 

Gebete nach der Betrachtung

O mein Gott, ich danke Dir für alle Erleuchtungen und Anregungen, die Du mir in dieser Betrachtung geschenkt hast. Verzeihe mir die Nachlässigkeiten und Fehler. Hilf mir, den Vorsatz opferfreudig auszuführen, denn ohne deinen Beistand vermag ich nichts. Von nun an will ich Dir noch treuer dienen und meinen Hauptfehler meiden. Gib mir dazu deine Liebe und deine Gnade, dann bin ich reich genug und verlange nichts weiter. O Maria, hilf mir, Jesus immer ähnlicher zu werden. Amen.

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Anbetungswürdiger Jesus, göttliches Vorbild der Vollkommenheit, nach der wir alle streben müssen, ich werde mich nach Kräften bemühen, Dir ähnlich zu werden: sanft, demütig, gehorsam, keusch, eifrig, geduldig, liebend und ergeben wie Du, insbesondere werde ich mir jede erdenkliche Mühe geben, nicht mehr in die Fehler zu fallen, die ich so oft begangen habe und die ich aufrichtig ablegen will.

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Feiern will ich Dich, Herr, aus ganzem Herzen. Denn über alles groß hast Du erstrahlen lassen deinen Namen und deine Verheißung. Der Herr vollendet für mich, was ich begonnen. Herr, deine Güte währet in Ewigkeit, verlaß das Werk deiner Hände nicht (Psalm 137).

Ich bete Dich an, o mein Gott, als das wahre und einzige Licht. Bleibe bei mir, und ich will anfangen, selbst Licht zu werden und anderen zu leuchten. Alles Licht kommt von Dir, von mir nur Dunkelheit. Du willst andere durch mich erleuchten. O könnte ich Dich so verherrlichen, wie Du es am meisten liebst, indem ich alle diejenigen erleuchte, denen ich begegne. Gib ihnen dein Licht. Lehre mich dein Lob, Deine Wahrheit und deinen Willen verkünden. Laß mich Dich verkünden durch die beseligende Fülle deiner Liebe. (Kardinal Newman)

Nimm dir, Herr, und nimm an meine ganze Freiheit, mein Gedächtnis, meinen Verstand und meinen ganzen Willen, mein ganzes Haben und Besitzen. Du hast es mir gegeben, zu dir, Herr, wende ich es zurück; das Gesamte ist dein; verfüge nach deinem Willen darüber, gib mir nur deine Liebe und Gnade, das ist mir genug, (hl. Ignatius)

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Seele Christi, heilige mich! Leib Christi, erlöse mich! Blut Christi, tränke mich! Wasser der Seite Christi, wasche mich! Leiden Christi, stärke mich! O guter Jesus, erhöre mich! In deinen Wunden verberge mich! Von Dir laß nimmer scheiden mich! Vor dem bösen Feind beschütze mich! In meiner Todesstunde rufe mich! Zu Dir zu kommen heiße mich, mit deinen Heiligen zu loben Dich, in deinem Reiche ewiglich! Amen.